Meine Stationen in Nicaragua
Unsere gemeinsame Reise durch Costa Rica 2026 führte mich anschließend alleine auf dem Landweg nach Nicaragua weiter. Es war wunderbar zu sehen wie verschieden zwei direkt nebeneinander liegende Länder doch sein können!
Neben dem touristisch gut erschlossenen Costa Rica fühlte sich das Nachbarland viel authentischer an; deutlich weniger Touristen und mehr Backpacker als Pauschalreisende. In Leon und Granada sieht man aber, dass der Trend zum breiteren Tourismus auch hier begonnen hat.
Die Preise für Hotels, Essen und Entertainment sind (noch) etwa um die Hälfte bis zwei Drittel günstiger als in Costa Rica oder Deutschland.
Landschaftlich dominieren vor allem Vulkane und Seen das Bild. Kulturell sieht man viel natürliches Latinoflair und einer Che-Guevara-liken Beimischung aus alten Revolutionstagen. Bunte Kolonialstädte wie Leon oder Granada lassen Karibikfeeling aufkommen. Nachhaltig beeindruckt hatte mich dabei eine Beerdigung in einem kleinen Ort, die mit fröhlicher Musik und bunter Kleidung so ganz anders begangen wurde als man es gewohnt ist. Die kühlere Kaffeeregion im Hochland um Matagalpa mit tollen Nebelwäldern rundet das Bild ab. Für die Küstenregionen hatte ich leider keine Zeit mehr.
Praktische Tips
Es gibt aber zuverlässige lokalen Agenturen (bspw. Matagalpatours, Nicauptravel, Juliostours) und Privatleute die über diverse soziale Netzwerke angesprochen werden können. Ich hatte zudem gute Erfahrungen mit der internationalen Plattform daytrip gemacht. Hier lassen sich zum Transfer auch sightseeingstops mitbuchen (bei mir Apoyo und Volcano Masaya), mit denen man sein Reiseprogramm schon während der Fahrt beginnen kann. Öffentliche Busse gibts als günstigste Variante natürlich auch.
Matagalpa bezeichnet sowohl die Region als auch die Stadt in der Region. Während die Stadt selbst wenig ansprechend wirkt, ist die Region in weiten Teilen von dichtem schönem Nebelwald bewachsen und ist zudem die Kaffee-Region Nicaraguas. Es lässt sich einiges unternehmen: Kaffeetouren, Ziplining oder auch einfach schöne Wandertouren durch den Nebelwald mit Affen, Faultieren oder Wasserfällen. Touren um Matagalpa (und auch transfers) bietet bspw.der zuverlässige Anbieter Matagalpatours an.
Matagalpa liegt im Hochland etwa 3 Autostunden nördlich von Managua und 3 Stunden westlich von Leon. Die Temperaturen sind angenehm, abends kann es etwas frisch werden.
Da der Ort selber nicht besonders schön anzusehen ist, ist die Empfehlung, sich in eine nahen Nebelwaldlodges in der Umgebung einzumieten. Diese bieten oft selbst Touren an und natürlich Vollverpflegung mit allem was man nicht eben mal besorgen kann. Schöne Optionen sind bspw:
Ich fand, dass die Region Matagalpa eine Nicarguareise erst richtig rund macht: Nach tollen Städten wie Leon, Granada und einigen Vulkanen (sowie den Küsten die ich leider nur vom erzählen kenne), bietet das Hochland einfach nochmal ganz andere Eindrücke:
Leon ist genau wie Granada eine sehr schöne, lebendige Kolonialstadt. Neben bunten Häusern und kolonialen Kirchen prägen die mächtige und malerische Kathedrale von Leon und die Revolution aus alten Tagen das Stadtbild besonders.
Die Kathedrale ist in jeder Hinsicht das Zentrum der Stadt. Sie ist unfassbar schön und alle Social-Media posts von Leon beinhalten mindestens das Kuppeldach das man für kleines Geld besteigen kann. Neben einem beeindruckenden Blick über Stadt und die umliegende Vulkane, sind die Kuppelkonstruktionen selbst eine magische Kulisse:
Dazu hat Leon eine Geschichte als altes sandinistisches Revolutionszentrum, die man beimbummeln durch die Stadt gut erkunden kann. An Straßen rund um die Kathedrale und dem Museo de la Revolucion befinden sich zahlreiche Wandbemalungen und Gedenktafeln die diese Geschichte erzählen:

Was die Aktivitäten außerhalb betrifft: Leon ist der Vulkanhotspot des Landes! Man kann bspw. den aktiven Telica besteigen (Tages- oder Sunsettour), Sandboarden auf dem Cerro Negro als besonderes Abenteuer ausprobieren oder anstrengende Hikes hoch auf die etwas weiter entfernten El Hoyo und San Christobal unternehmen.
Touren sind spontan und kurzfristig buchbar. In Laufnähe zur Kathedrale sind (in der selben Straße) die Touranbieter des Bigfoot Hostel und Volcano Day Tours beim Hotelrestaurant Via Via ein guter Startpunkt um die Angebote zu sichten.
Zu beachten ist, dass Leon im Sommer sehr heiss ist und die Hikes auf die Vulkane entsprechend anstrengend. Beim besteigen aktiver Vulkanen sind umfangreichere Sicherheitskleidung (Maske etc.) zu empfehlen, was die Touren aber nicht oder wenig beachten. Kurzum: es muss jeder für sich entscheiden.
Granada ist die am besten touristisch erschlossene Stadt im Land und liegt direkt am Ufer des schönen Nicaraguasees. Zum internationalen Flughafen Managua fährt man etwas eine Stunde und die meisten Hotels organisieren Transfers dorthin. Ähnlich wie Leon, ist Granada eine sehr schöne Kolonialstadt. Sie macht sogar, wie ich fand, etwas mehr her, einfach weil sie größer ist und weil man in Stadt und Umgebung noch mehr unternehmen kann:
Der zentrale Platz ("Parque Central") ist das touristische Zentrum der Stadt: Hier steht die Kathedrale von Granada (Catedral de Nuestra Señora de la Asunción) als Wahrzeichen. Drum herum finden sich Restaurants, Kneipen und vieles mehr:
Läuft man die Straße links an der Kathedrale vorbei hinunter, kommt man nach etwa 10 Minuten an das Ufer des Nicaraguasees mit einigen Restaurants, einem Molensteg und etwas Strand.
Tip für einen zentralen Viewpoint auf Stadt & Umgebung:
Auf das Dach der Kathedrale von Granada kommt man leider nicht; aber es gibt eine wenig bekannte, aber sehr schöne Alternative: Die kleine Iglesia de la Merced (ca. 5 Minuten Fußweg vom Parque Central in Richtung Ort) hat einen kleinen Glockenturm, den man für 1 US besteigen kann. Der Ausblick auf Stadt, Nicaraguasee und Umgebung ist fantastisch:
Unmittelbar vor der Stadt liegt der erloschene Vulkan Mombacho. Dieser ist über 1.300 m hoch und innen wie außen von schönem feuchten Nebelwald überwachsen und ist ein geniales Ausflugsziel. Er bietet drei schöne angelegte Wanderwege um den Kraterrand sowie durch den Nebelwald mit fantastischen Viewpoints über den Nicaraguasee und Granada:
Die drei Wanderwege am Mombacho sind:
Zu beachten ist, dass daß der Eingang zur Anlage /Ticketoffice am Fuß des Berges liegen, man aber für die Wanderwege erst oben auf den Krater muss. Hier kann man steil bergauf zu Fuss gehen (anstrengend, ca. 1,5 h) oder mit Shuttles ab Ticketoffice (Empfehlung). Aufgrund der Höhe ist es oben auf den Wegen eher frisch. Des weiteren sollte man für Erwartung und Planung berücksichtigen, dass der Berg oft in den Wolken liegt, die sich, wenn, dann vor allem ab mittags auflösen.
Wie kommt man auf den Mombacho?
Für Tagesausflüge etwas weiter weg von der Stadt gibt es auf halbem Weg zwischen Managua und Granada den Volcano Masaya und die Apoyo Lagoon:
Beide Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander und sind in weniger als 1 Stunde von Granada oder Managua aus erreichbar. Beides ist sehenswert, jedoch hatte ich den Eindruck, dass man jeweils nicht wirklich Zeit braucht. Empfehlung wäre daher, beides auf jeden Fall zusammen und auch auf der Durchreise zu machen.
Volcano Masaya
Masaya ist ein aktiver Vulkan. Man benötigt auf jeden Fall ein Fahrzeug oder Taxi, weil eine längere Straße vom Ticketcounter an der Hauptstraße hoch an den Krater führt. Vorteil ist aber, dass man wirklich am Krater parken kann und keine schweißtreibenden Hikes wie an den Vulkanen um Leon benötigt. Die Anlage hat ein Vulkanmuseum und im unteren Bereich kann man auch diverse Wanderwege einschlagen; allerdings leider nicht im Kraterbereich (zumindest waren sie gesperrt als ich da war). Bei Dunkelheit sieht das lodern des Magmas noch spektakulärer aus, weshalb auch der Eintritt ab 16:30 Uhr von ca. 2,50 € auf fast 10 € steigt. Die gleichnamige Stadt Masaya in der Nähe des Vulkans ist auf jeden Fall einen Abstecher wert, wenn man das Leben der Nicaraguaner außerhalb der Touristenorte kennenlernen möchte!
Laguna de Apoyo
Der Aussichtspunkt auf den Vulkankratersee Apoyo liegt im Dorf Catarina, etwa 30 Autominuten vom Vulkan Masaya entfernt. Die Aussicht ist sehr schön, man sieht neben dem See an den dampfenden Stellen, wie selbiger entstanden ist. Auch hier ist man aber vergleichsweise schnell durch, so dass man Apoyo am besten mit anderen Sehenswürdigkeiten unterwegs kombiniert. Eintritt zum Aussichtspunkt ca. 2 Euro.